Technikunterstütztes Wohnen: Acht GdW-Unternehmen ausgezeichnet

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Berlin - Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat insgesamt 18 Projekte beim Preis„Technikunterstütztes Wohnen – selbstbestimmt leben zuhause" ausgezeichnet. Dabei erhielten acht Unternehmen des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen für ihre herausragenden Leistungen einen Preis bzw. eine besondere Anerkennung. "Bei sinnvollen Verknüpfungen von technischer Unterstützung und wohnnahen Services – auch Vernetztes Wohnen genannt - sind die in den GdW-Verbänden organisierten Wohnungsunternehmen vorn dabei", freute sich Axel Gedaschko, Präsident des GdW, anlässlich der Preisverleihung.

"In den kommenden Jahren wird der starke Anstieg des speziellen Wohnbedarfs älterer Menschen eine große Herausforderung für die Wohnungswirtschaft in Deutschland sein", erklärte der GdW-Präsident. "Die Versorgung mit bedarfsgerechtem Wohnraum und sozialen Dienstleistungen zu bezahlbaren Mieten wird gerade vor dem Hintergrund schlechterer Einkommensverhältnisse der künftigen älteren Generationen eine zentrale Aufgabe, so Gedaschko. Dabei müsse es oberstes Ziel bleiben, den Menschen möglichst lange ein Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Die Wohnungsunternehmen des GdW engagieren sich stark auf diesem Gebiet. Schon heute sind rund fünf Prozent der GdW-Wohnungen barrierearm oder barrierefrei modernisiert. Das sind rund 300.000 Wohnungen und damit fast doppelt so viele wie noch in 2006. Der GdW fordert die Bundesregierung angesichts des wachsenden Bedarfs altersgerechter Wohnungen auf, die erforderlichen Bundesmittel für das KfW-Förderprogramm „Altersgerecht Umbauen" auch in Zukunft bereitzustellen und dieses Programm auf hohem Niveau fortzuführen.

Der GdW-Präsident hob hervor, dass technische Assistenzsysteme in Kombination mit sozialen Dienstleistungen den Menschen die beste Unterstützung geben. "Daher sollten künftig Krankenkassen telemedizinische Leistungen und Pflegekassen noch stärker bauliche und technische Anpassungen in der Wohnung finanzieren", so Gedaschko.


Die Preisträger des GdW im Einzelnen:

Einen zweiten Preis erhält die DOGEWO 21, Dortmund, für das Projekt "(Wohn)Fortschritt – Innovatives Wohnen in Wickede". Hier können in einem barrierefrei umgebauten 4 ½-geschossigen Wohnhauses Menschen im hohen Alter und mit unteren Einkommen neben entgeltpflichtigen Angeboten wie ein Notrufsystem ebenso viele kostenlose Serviceleistungen nutzen. Eine hochwertige technische Infrastruktur mit einfacher Bedienung schafft durch Vernetzung zum Beispiel von Elektrogeräten und Eingangstür mit zentraler Steuerungsmöglichkeit zusätzlich Sicherheit und Wohnkomfort.

Die Joseph-Stiftung, Bamberg, belohnt die Jury für das Projekt "SOPHITAL Soziale Personenbetreuung - Hilfe durch Technologie für altersgerechtes Leben" mit einem dritten Preis. In dem Projekt wird das in mehreren Bundesländern verbreitete klassische Notruf- und Betreuungssystem SOPHIA weiterentwickelt und umfasst zusätzlich unter anderem ein Monitoringkonzept für eine individuelle Gesundheitskontrolle und eine Wohnraumüberwachung.

Die WBG Wohnungsbaugesellschaft in Nürnberg wird für ihr "Nürnberger Modell – Intelligentes Wohnen im Alter" ebenfalls mit einem dritten Preis ausgezeichnet. Eingebunden in ein Modernisierungsprogramm rüstet die WBG zunächst acht Wohnungen mit moderner Technik aus. Neben einer umfassenden persönlichen Betreuung über Dienstleister wird ein internetbasiertes Serviceportal für Anbieter von Gesundheitsdiensten aufgebaut.

Einen Sonderpreis "Hausnotruf" erhalten die Wohnungsgesellschaften Borna und Riesa in Kooperation mit den Johannitern in Sachsen für ein modular aufgebautes System der Hausnotruftechnik. Das System führt Notruf- und Servicefunktionen zusammen.

Eine Lobende Anerkennung "Nachhaltiger Technikeinsatz" gibt es für das Projekt "PAUL – Persönlicher Assistent für unterstütztes Leben" der Gemeinnützigen Baugesellschaft Kaiserslautern AG. PAUL ist ein seit rund drei Jahren erprobter Tablet-PC und bildet als elektronischer Alltagshelfer die zentrale Schnittstelle zwischen Mensch und Haustechnik.


Lobende Anerkennungen "Technik + Energie" erhalten gleich zwei GdW-Unternehmen:

Die Wohnungsgesellschaft Nibelungen, Braunschweig, testet in ihrem Projekt "Barrierefreies Wohnen 2.0 – Mobilität vor und hinter der Wohnungstür" die praktische Zusammenführung der Themen Technikunterstütztes Wohnen, Barrierefreiheit und energieschonendes Bauen. Die Bützower Wohnungsgesellschaft verwandelt beim Projekt "Wohnen im Klassenzimmer – Umnutzung und Sanierung eines ehemaligen Schulgebäudes" ein Plattenbaugebäude technikgestützt und energiesparend in ein "Versorgungszentrum ländlicher Raum" mit 35 Wohnungen.  

Eine Lobende Anerkennung „Kreative Gebäudetechnik" geht an die Familienheim Karlsruhe eG für das Projekt "Upper East Car Loft – Wohnen mit Komfort und Sicherheit". Ein innovatives Liftsystem bringt das eigene Auto unmittelbar an die Wohnung und erleichtert vor allem älteren Menschen und Familien das Ein- und Ausladen.


Eine vollständige Liste der Preisträger finden Sie hier.